Komponistinnen Mini-Festival Kammermusik

Komponistinnen Mini-Festival im Oberpfälzer Künstlerhaus
Kammermusik von Komponistinnen: Klaviertrios von Clara Schumann, Fanny Hensel und Cécile Chaminade

Freitag, 11. Juni 2021 um 19 Uhr
Informationen zum Kartenvorverkauf und Aktuelles auf dieser Seite. Programmänderung vorbehalten.

In Zusammenarbeit mit Christian Seibert, Künstlerischer Leiter, plant das Oberpfälzer Künstlerhaus am 11. und 12. Juni zwei außergewöhnliche Konzerte unter dem Motto "Komponistinnen!" Das Mini-Festival stellt Werke von vier Komponistinnen in den Mittelpunkt, die großartige Musik geschrieben haben, aber nach wie vor zu sehr im Schatten ihrer männlichen Kollegen stehen. Der üblicherweise Anfang März stattfindende Schwandorfer Klavierfrühling kann 2021 aufgrund der Corona-Pandemie leider nicht stattfinden.

Gemeinsam ist den drei Komponistinnen des Programms, dass sie hervorragende Pianistinnen waren. Gemeinsam ist ihnen auch, dass sie sich mit dem gesellschaftlichen Vorurteil gegen Komponistinnen auseinandersetzen mussten. Unterschiedlich aber haben sie sich in ihrer jeweiligen Lebenswelt als Musikerpersönlichkeiten durchgesetzt:

Clara Schumann (1819-1896) als international anerkannte Pianistin, die sich neben dem Werk des vergötterten Beethoven dem Werk ihres Mannes Robert und dem ihres jüngeren Freundes Brahms widmete. Sie korrespondierte mit den musikalischen Größen ihrer Zeit auf Augenhöhe, beugte sich aber später in einer inneren Zensur dem Vorurteil, Frauen sollten sich vom Komponieren fernhalten.

Fanny Hensel, geb. Mendelssohn Bartholdy (1805-1847) wurde zusammen mit ihrem Bruder Felix musikalisch erzogen, wobei nicht zu unterscheiden war, wer der Begabtere von beiden sei. Beim Eintritt in das Erwachsenenalter wurde ihr jedoch verboten, sich beruflich der Musik zu widmen, weil das für eine Frau nicht schicklich sei. Erst ihr Ehemann, der Maler Wilhelm Hensel bestärkte sie darin, sich als ihm ebenbürtige Künstlerin zu fühlen. Fanny starb in Berlin im Alter von nur 41 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls während sie eine Probe leitete.

Cécile Chaminade (1857-1944) gehörte bereits einer anderen Generation an. Auch wenn ihr Vater es ihr verbot, als Studentin das Pariser Conservatoire zu besuchen (was durchaus möglich gewesen wäre) wurde sie doch von Lehrern des Conservatoires privat unterrichtet und entwickelte sich zu einer ebenfalls international anerkannten Künstlerin, die als Pianistin auch mit ihren eigenen Werken reüssierte. Als in den USA gefeierter Star, als Gast der Königin Victoria und als Ritter der Ehrenlegion hatte sie, als sie mit 44 Jahren doch noch heiratete, das Selbstbewusstsein, einen Besitz und Rechte wahrenden Ehevertrag zu schließen. Gemeinsam aber ist wiederum allen Dreien, dass sie mit ihren Klaviertrios handwerklich hochstehende und originelle Musik geschaffen haben, die jedem Hörer Freude bereiten werden.

Konzertierende Musiker*innen
Arabella Ristenpart, Cello, entstammt einer bekannten Musikerfamilie und studierte in Saarbrücken, Köln und Essen. Ihre Lehrer waren Claus Kanngiesser, Young Chang Cho, Mirko Dorner, Christopher Bunting, Zara Nelsova, Michael Flaksman und Anner Bylsma. Kammermusik studierte sie bei dem renommierten Amadeus-Quartett. Neben ihrer umfangreichen solistischen Konzerttätigkeit, arbeitete Sie mehrere Jahre als Solocellistin in verschiedenen Orchestern und ist weiterhin als Stimmführerin für Orchesterprojekte und Solocellistin in Oratorienauführungen gefragt. Ihre besondere Aufmerksamkeit gilt der Kammermusik in verschiedenen Besetzungen. Die Musik des 20.Jahrhunderts spielt neben den Werken von Barock bis Romantik in ihrem Repertoire eine wichtige Rolle, angeregt u.a. durch eine intensive Zusammenarbeit mit den Kölner Klassen von Mauricio Kagel und Hans Werner Henze. Sie ist nach wie vor an zahlreichen Uraufführungen zeitgenössischer Musik beteiligt. Ihre Liebe zur Lyrik ließ seit 2006 die Veranstaltungsform „Cellyrics, Musik und Text im Dialog“ mit Bernhard Wallerius als Rezitator entstehen.

Christoph Schnackertz, Klavier, studierte in Köln bei Pierre-Laurent Aimard und Jürgen Glauss. Seit 2005 ist er Begleiter der Gesangsklasse von Christoph Prégardien. Ab Oktober 2011 lehrt er im Lehrauftrag für Liedgestaltung an der HfMT Köln. Er arbeitet mit renommierten Sängern aller Stimmfächer wie z.B. Christoph Prégardien, Julian Prégardien, Juliane Banse, Julia Kleiter, Hanna Elisabeth Müller, Johannes Martin Kränzle und Oskar Hillebrandt zusammen. Seine Arbeit ist in zahlreichen Mitschnitten der großen Rundfunksender europaweit dokumentiert. Wichtige Spielstätten der letzten Jahre waren unter anderem die Wigmore Hall, London, der Musikverein, Wien sowie die Schubertiade in Schwarzenberg.

Alexander Yakoniuk, Violine, wurde 1975 in Minsk (Weißrussland) in einer Musikerfamilie geboren. Mit fünf Jahren begann er Violine zu spielen. Er erhielt seine erste Ausbildung in Minsk bei Frau Prof. Olga Parchomenko, einer Schülerin von David Oistrach und Prof. Anri Yanpolsky, einem Schüler von Leonid Kogan. Anschließend studierte er an der Musikhochschule Köln bei Prof. Viktor Tretjakov. Als Preisträger zahlreicher Wettbewerbe tritt Alexander Yakoniuk regelmässig in ganz Europa und den USA auf und nimmt an verschiedenen internationalen Musikfestspielen teil. 2000 gründete er als Primarius sein nach ihm benanntes Streichquartett und das Ensemble Ars Millennium. Besonderen Wert legt er auf die Pfege zeitgenössischer Musik. Es liegen CD ́s mit Werken zeitgenössischer weißrussischer Komponisten vor, die ihre Urauführung Alexander Yakoniuk verdanken.

Bernhard Wallerius, Moderation, studierte Schulmusik, Geschichte, Musikwissenschaft und Philosophie. Er war wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Universität Saarbrücken und anschließend Studienrat am Gymnasium, wo er einen Gymnasialzweig mit musikalischem Schwerpunkt einrichtete. Daneben war er freier Mitarbeiter bei verschiedenen Rundfunkanstalten. Von 1990 bis 2014 war Bernhard Wallerius Musikredakteur beim Westdeutschen Rundfunk mit den Schwerpunkten Kammermusik und Nachwuchsförderung.

Programm
Clara Schumann (1819 -1896), Klaviertrio g-Moll Op.17 (1846)
Allegro moderato
Scherzo – Tempo di Menuetto 
Andante – più animato 
Allegretto

Cécile Chaminade (1857 - 1944), Klaviertrio Op.11 (1881)
Allegro 
Andante 
Presto 
Allegro molto

Fanny Hensel (1805 - 1847), Klaviertrio d-Moll Op. 11 (1846/47)
Allegro molto vivace 
Andante espressivo 
Lied. Allegretto
Finale. Allegro moderato

Partner/Förderer:

Der Förderverein Oberpfälzer Künstlerhaus e.V.  bedankt sich bei allen Premium-Partnern für die großzügige Förderung: